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Ein Sticker von Fridays for Future
Foto: © Markus Spiske/unsplash.com

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Auf­kleber und Sticker: Geht das auch in umwelt­freund­lich?

Sticker sind gĂŒnstig und in ihrer Optik und Haptik sehr anpassbar. Man kann sie in praktisch jedem Format produzieren, mit speziellen Lacken veredeln und vielseitig verwenden. Als Etikett beschriften sie Ihre Produkte oder verzieren ganze Fahrzeuge, lassen sich an Orten verkleben, die von der Zielgruppe frequentiert werden oder werden als Goodie weitergereicht. In der Einfachheit der Aufkleber liegen viele Möglichkeiten.

Mit der ErderwĂ€rmung und zunehmender Umweltverschmutzung werden aber auch Umweltkriterien in der Produktion von Werbemitteln wichtiger. Direkt und unmittelbar profitiert davon die Natur. Indirekt entsteht aber auch ein Mehrwert fĂŒr Ihre Marke, wenn Kund*innen erkennen, dass Nachhaltigkeit Ihnen ein ernstes Anliegen ist. Besondere Umsicht bei der Wahl des Materials ist auch geboten, wenn Ihre Zielgruppe bei Kindern beziehungsweise Familien oder im medizinischen Bereich liegt. Bestandteile konventioneller Aufkleber können eine gesundheitsschĂ€dliche Wirkung haben.

1. Problem: Polyvinylchlorid (PVC)

Der Kunststoff PVC wird zum grĂ¶ĂŸten Teil im Bausektor beispielsweise in Fensterprofilen, Rohren oder Fußböden verwendet. Sie haben ihn aber auch ganz sicher in Form einer Kreditkarte im Portemonnaie, vielleicht enthĂ€lt das Portemonnaie aus Kunstleder selbst PVC. Bei der Produktion von Aufklebern scheint die Einbindung von PVC sinnig, weil das Druckprodukt damit vor Wind, Sonne und Wasser geschĂŒtzt wird und die Langlebigkeit erhöht wird. Die PVC-Aufkleber sind zudem besonders reißfest.

In der Produktion sind diese Aufkleber verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gĂŒnstig, allerdings zahlt die Umwelt hier einen großen Preis. Landet PVC im HausmĂŒll, so entstehen beim Verbrennen Ă€tzende ChlorwasserstoffdĂ€mpfe. Aus all dem PVC-MĂŒll bleibt am Ende ein Substrat ĂŒber, das SondermĂŒll wird. In der Natur kann PVC auch nicht abgebaut werden. TatsĂ€chlich beginnen die Probleme aber schon bei der Produktion: Hergestellt wird Polyvinylchlorid unter anderem aus Vinylchlorid, das krebserregend ist.

Eine umweltfreundliche Alternative zu PVC in Aufklebern ist eine Beschichtung mit Polypropylen (PP). Polypropylen fĂ€llt in der Petrol-Industrie als Nebenprodukt an und ist als Kunststoff einfacher aufgebaut. Man kann außerdem auch auf die PVC-Weichmacher verzichten, die Verbrennung ist deutlich weniger giftig und das Produkt wird grundwasserneutral.

2. Problem: Phthalate

Die Weichmacher wurden in Luft, Wasser und Boden nachgewiesen. Durch Lebensmittel kann man sogar im menschlichen Urin RĂŒckstĂ€nde finden. Auch PVC-Aufklebern werden oft Phthalate beigemischt, damit diese noch elastischer und biegsamer werden. Aber Sie ahnen es: Die Kehrseite liegt in der UmweltvertrĂ€glichkeit. Die Weichmacher gehen keine chemische Bindung mit dem Kunststoff ein, sodass diese aus dem Material ausdĂŒnsten können. In mehrfacher Hinsicht gelten Diethylhexylphthalat (DEHP), Dibutylphthalat (DBP) und Butylbenzylphthalate (BBP) in der EU als gesundheitsschĂ€dlich: Die Rede ist von hormonellen, krebserregenden bis hin zu fortpflanzungsgefĂ€hrdenden Wirkungen.

Eine umweltbewusste Alternative stellen hier beispielsweise Aufkleber aus Polyolefinfolien dar. Das TrÀgermaterial ist hierbei beispielsweise Silikonkarton, sodass die Aufkleber vor allem im Inneneinsatz eine sehr lange Haltbarkeit besitzen.

3. Problem: Tierische Bestandteile

Konventionelle Aufkleber enthalten oft tierische Stoffe. Vor allem im Kleber werden oft Kaseine, also ein Proteinanteil von Milch, verwendet. Manche Folien werden auch mit Knochenleim oder Hornresten zusĂ€tzlich geweißt. Teilweise ist auch unklar, welche Bestandteile ĂŒberhaupt in der Produktion verwendet werden, da Normen sich unter anderem auf die SchĂ€dlichkeit der Stoffe konzentrieren, nicht auf den Ursprung.

Aber auch hier gibt es Abhilfe: Aufkleber lassen sich auch komplett vegan herstellen. Dabei werden alle Grundstoffe der Folie, Farben und Materialien auf mineralischer beziehungsweise pflanzlicher Basis gewonnen. Das vermeidet Tierleid und erleichtert auch die spÀtere biologische Abbaubarkeit.

Fazit

Es gibt Mittel und Wege, Aufkleber umweltbewusst zu produzieren. Die Argumente sind zahlreich, da konventionelle Aufkleber alles andere als ökologisch sind. Insbesondere bei sensiblen Zielgruppen wie Kindern beziehungsweise Familien sowie im medizinischen Umfeld sollten auch Gesundheitsaspekte berĂŒcksichtigt werden.