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pepper
Transparenter, kubischer 3D-Würfel mit inneren Strukturen und blauen Farbakzenten vor blauem Hintergrund
© VAlex/Adobe Stock
Blog
Oktober 2026 | Lesezeit: 5 min.

KI-Integrationen für WordPress: Beispiele aus der Praxis

Künstliche Intelligenz kann Websites echte Arbeit abnehmen. Drei Beispiele aus meiner Praxis – und warum Datenschutz dabei kein Nachgedanke ist.

Ein Blick zurück

Im Dezember 2022, vor fast vier Jahren, habe ich hier über künstliche Intelligenz in Grafik- und Webdesign geschrieben. Wer den Artikel heute liest, dem kommt er fast befremdlich vor: Ich war begeistert, dass Photoshop Haare freistellen kann, habe testweise einen Absatz von »Neuroflash« schreiben lassen und darüber gestaunt, dass ein neuer Chatbot namens ChatGPT eine kleine JavaScript-Funktion programmiert. Ganze Websites, so mein Fazit damals, programmieren sich nicht von alleine.

Knapp vier Jahre später ist das Staunen nicht weniger geworden, nur der Gegenstand ein anderer. KI ist für mich kein Spielzeug mehr, das ich nebenbei ausprobiere, sondern ein Baustein, den ich in Websites einbaue. Die Entwicklungsschritte dazwischen waren – anders kann ich es nicht sagen – beachtenswert.

Manches aus 2022 gilt trotzdem weiter: Eine KI gibt nicht zwangsläufig fehlerfreie Antworten, und man muss die fehlerhaften erkennen können. Genau das bestimmt, wie ich KI heute integriere.

Was ich unter einer KI-Integration verstehe

Mit einer KI-Integration meine ich keinen Chatbot, der in der Ecke Ihrer Website blinkt. Gemeint ist eine Funktion, die im Hintergrund eine klar umrissene Aufgabe übernimmt: Sie liest, ordnet, beschreibt oder übersetzt – und gibt das Ergebnis dorthin weiter, wo es gebraucht wird. Ins CMS, ins Postfach, auf die Website.

Das Muster ist fast immer gleich:

  • Etwas kommt herein: ein Bild, eine Anfrage, ein PDF.
  • Ein KI-Modell verarbeitet es nach festen Vorgaben.
  • Heraus kommen strukturierte Daten, mit denen Ihre Website weiterarbeitet.
  • Wo es darauf ankommt, behält ein Mensch die Kontrolle.

Beispiel 1: Alt-Texte per Knopfdruck

Alternative Texte machen Bilder für Menschen zugänglich, die sie nicht sehen können. Die WCAG setzen sie schon in der Konformitätsstufe A voraus, für viele Unternehmen sind sie damit über das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) Pflicht. Trotzdem werden sie in Redaktionen oft vergessen, weil sie Zeit kosten.

Auf barrierefreies.design betreibe ich deshalb einen kostenlosen KI-Generator für alternative Texte. Man lädt ein Bild hoch, ergänzt optional den Kontext, und nach ein bis drei Sekunden steht ein Vorschlag da – auf Wunsch in elf Sprachen gleichzeitig. Verarbeitet wird ausschließlich in der EU, über Microsoft Azure in der Region »Germany West«.

Inzwischen hat der Generator eine hohe sechsstellige Zahl an Bildern verarbeitet, abertausende davon habe ich manuell gesichtet. Diese Erfahrung steckt in den Vorgaben, mit denen das Modell arbeitet: keine Spekulation, keine Einleitung wie »Bild von …«, keine geratenen Zahlen beim Zählen von Objekten.

Dieselbe Technik lässt sich direkt in Ihr CMS einbauen: Beim Hochladen in die Mediathek liegt dann schon ein Vorschlag bereit, Ihre Redaktion prüft und passt ihn an. Für große Bildarchive gibt es eine Stapelverarbeitung. Für ein Museum habe ich zum Beispiel eine Plattform gebaut, auf der ganze Bildbestände Alt-Texte erhalten und redaktionell freigegeben werden.

Beispiel 2: Kontaktanfragen vorsortieren

Über das Kontaktformular kommt alles herein: Angebotsanfragen, Rückfragen zu Rechnungen, Bewerbungen, Werbung. Jemand muss jede Nachricht lesen, einordnen und weiterleiten – in kleinen Teams oft die Chefin oder der Chef selbst.

Diesen ersten Schritt kann eine KI übernehmen. Sie liest die Anfrage, ordnet sie einer Kategorie zu, schätzt die Dringlichkeit ein und fasst das Anliegen in einem Satz zusammen. Die Nachricht landet dann direkt bei der zuständigen Person, mit einer Betreffzeile, die man auf einen Blick versteht. Auf Wunsch liegt ein Antwortentwurf bei, den man prüft, anpasst und selbst abschickt.

Wichtig ist dabei die Rollenverteilung: Die KI sortiert, sie entscheidet nicht. Ob ein Auftrag angenommen oder eine Bewerbung weiterverfolgt wird, bleibt bei Ihnen. Weil in Kontaktanfragen personenbezogene Daten stecken, kommt es hier besonders auf den Datenschutz an. Dazu unten mehr.

Beispiel 3: Die Wochenkarte, die sich mit WordPress selbst setzt

Viele Restaurants erstellen ihre Wochenkarte in Word oder Canva und stellen sie als PDF auf die Website, manchmal auch nur als Foto. Für Gäste, die sich vorher auf der Website informieren, ist das unpraktisch: Auf dem Smartphone muss man zoomen, Screenreader können mit einem Bild nichts anfangen, und Suchmaschinen finden die Gerichte nicht.

Für ein Restaurant habe ich deshalb ein WordPress-Plugin entwickelt. Das Team lädt die Wochenkarte hoch, so unformatiert, wie sie ist. Die KI liest die Gerichte aus und wandelt sie in strukturierte Daten um. Daraus setzt die Website die Karte im eigenen Design – als echten, barrierefreien Text, der auf jedem Bildschirm gut lesbar ist.

Am Arbeitsablauf des Teams ändert sich fast nichts: Die Karte entsteht weiterhin dort, wo sie immer entstanden ist. Nur das Abtippen fällt weg.

Anpassbar auf Ihre Bedürfnisse

Die drei Beispiele haben eines gemeinsam: Sie lösen ein konkretes Problem in einem konkreten Arbeitsablauf. Darum geht es mir auch bei Ihrem Projekt. Statt einer KI-Lösung von der Stange schauen wir zuerst gemeinsam, wo bei Ihnen Zeit verloren geht:

  • Welche Aufgabe wiederholt sich ständig, ohne Kreativität zu erfordern?
  • Wo wird abgetippt, kopiert oder weitergeleitet?
  • Wo darf ein Fehler passieren und wo muss ein Mensch das letzte Wort haben?

Daraus entsteht eine Integration, die zu Ihrer Website passt, ob mit WordPress, Kirby oder einem anderen CMS. Weitere Ideen aus der Praxis: Texte in Leichte Sprache übertragen, Inhalte übersetzen, Veranstaltungsdaten aus Flyern übernehmen oder Fragen auf Grundlage Ihrer eigenen Dokumente beantworten.

Manchmal lautet das Ergebnis der Analyse auch: Hier braucht es gar keine KI, ein gut gebautes Formular reicht. Auch das sage ich Ihnen ehrlich.

Datenschutz ist kein Nachgedanke

Eine KI-Integration ist nur so gut wie ihr Umgang mit Daten. Deshalb plane ich den Datenschutz von Anfang an mit, besonders sobald personenbezogene Daten im Spiel sind:

  • Verarbeitung in der EU: Ich setze auf Anbieter, die Daten nachweislich innerhalb der EU verarbeiten, etwa Microsoft Azure im Data-Zone-Standard (EU). Ergänzend teste ich Open-Source-Modelle, die im selben deutschen Rechenzentrum laufen wie der Webserver.
  • Auftragsverarbeitung: Mit dem Anbieter besteht ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.
  • Kein Training mit Ihren Daten: Eingaben und Ergebnisse fließen nicht in das Training der Modelle ein.
  • Datensparsamkeit: Die KI bekommt nur, was sie für die Aufgabe braucht. Gespeichert wird nur, was nötig ist.
  • Transparenz: Der Einsatz wird in Ihrer Datenschutzerklärung beschrieben. Wo Menschen direkt mit einer KI interagieren, wird das gekennzeichnet, wie es auch die europäische KI-Verordnung verlangt.
  • Der Mensch entscheidet: Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung fallen nicht automatisiert.

So bleiben KI-Integrationen datenschutzfreundlich und DSGVO-konform. Weil jedes Projekt andere Daten berührt, klären wir die Details im Einzelfall, bei Bedarf gemeinsam mit Ihrer oder Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Fazit

2022 habe ich mich vor allem darüber gefreut, dass in der Bildbearbeitung Fleißarbeit wegfällt. Heute kann ich diese Erleichterung an meine Kundschaft weitergeben, direkt in ihre Website eingebaut. Die Haltung dahinter ist dieselbe geblieben: KI dort einsetzen, wo sie echten Mehrwert bringt, und den Rest dem Menschen überlassen.

Sie haben einen Arbeitsablauf, der Sie regelmäßig Zeit kostet? Erzählen Sie mir davon im kostenlosen Kennenlernen.

Porträt von Marvin Siefke

Marvin Siefke

Über den Autor

Geboren in Berlin, etwas ländlicher in Falkensee (Brandenburg) aufgewachsen und von klein auf begeisterungsfähig für Farben und Formen. Nach dem Abitur musste ich nicht lange grübeln, welche Richtung ich einschlagen möchte. Die Ausbildung zum »Mediengestalter in Digital und Print« habe ich mit einer Auszeichnung als Landesbester in Berlin bestanden, viel Arbeitserfahrung im Agenturleben gesammelt und mich 2021 als Grafik- und Webdesigner mit dem Büro pepper selbstständig gemacht.

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